Malerei  

& Reitkunst 

 Reitkunst versus Sportreiter


 








 




 Kleine Einführung in die Entwicklung des Reitsports 


"Die Französische Revolution 1789-1799 hatte die alten Reitschulen und Reithäuser vernichtet. Die alte Schule mit ihren Barockpferden, die doch ursprünglich den Zweck verfolgte, den Rittern brauchbare Kriegsrosse auszubilden, hatte ihren praktischen Zweck verloren. Das allgemeine Interesse hat sich … der damals in Mode gekommenen Anglomanie zugeneigt."



• die „Anglomanie“  genannte Zuchtauswahl und Bevorzugung englischer Vollblüter im 19. Jahrhundert

• die Einführung großer Kavallerieeinheiten und die Notwendigkeit einer Schnellausbildung für Reiter und Pferd im 19. und Anfang 20. Jahrhundert

• die Entscheidung, den Reitsport auf den Prinzipien der Militärreiterei aufzubauen im 20. Jahrhundert

• die Trivialisierung der Reiterei als Breitensport 20. Jahrhundert       (Quelle Wikipedia)




So wurden die Vollblüter zur Modeerscheinung, Körperbau der englischen Vollblüter , die mehr auf Ausdauer  anstatt Tragkraft gezüchtet wurden,  erforderte eine andere Trainingsmethode.

Das Barockpferd wurde unmodern und die Kriegskunst zu Pferd unnötig.


Die darauffolgenden Kriege forderten den Tribut der Pferde und eine schnelle Ausbildung für das Militär und die Soldaten stand an der Tagesordnung. Die Reitkunst hatte ihren Glanz verloren und ward vergessen.


Nach dem Krieg entstand die Sportreiterei mit mitunter missverständlich  interpretierten Überlieferungen alter Reitmeister. Wobei auch die Rollkur LDR nichts Neu erfundenes ist, auch sie wurde schon in der Vergangenheit angewendet. 


Leider waren sich auch die alten  Reitmeister untereinander un/ einig, wer denn nun auf dem Richtigen Pfaden wandele und Recht habe, wie das Pferde korrekt ausgebildet wird. So gab es untereinander sogar schriftlich Abwertungen von Kollegen. ...Schlussendlich haben sich in unserer heutigen Sportreiterei der hohen Klassen die Sehgewohnheiten so sehr geändert, dass die natürlichen Gänge der Dressurpferde durch vermehrte "Handreiterei" in künstliche Gangarten mutiert sind. Kluge Ausbilder beobachten schon seit den 80ern dass die üblichen Methoden und die Art und Weise, wie mit den Pferden gearbeitet wird, bei der überwiegenden Mehrzahl der Pferde zur massiven Schädigung ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit führt, und dies gilt nicht nur für den FN-Bereich, sondern für alle Bereiche und Reitstile und Reitweisen


Der vielzitierte Grundsatz von Gustav Steinbrechts Reitlehre

"Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade"


-hängt in vielen Ausbildungstätten.

Leider wird gerade dieser Grundsatz fehlinterpretiert.

Gemeint ist nämlich nicht, das viel zu schnelle Reiten " Über Tempo " auf einem immer geradeaus gerittenem Pferd ganze Bahn und Zirkel ohne Seitengänge, wie es leider häufig in der Sportreiterszene vorgemacht wird, sondern das Gegenteil:

"Immer den Impuls und das Vortreten der Hinterbeine nach vorne erhalten" , die Hinterbeine möglichst weit unter den Schwerpunkt des Reiters bringen, auch bei der Piaffe auf der Stelle, den Seitwärtsbewegungen oder dem Rückwärtsgehen.

So ergibt sich die Geraderichtung des Pferdes als  Ziel, das sich am Ende der Arbeit mit Biegungen und Seitengängen entwickelt, welches aber niemals ohne Biegung erreicht werden kann.



ZITATE aus dem 20. Jahrhundert und älter von kritischen Geistern, die PRO Pferd arbeiten :


"Die Reitphilosophie der Légèreté schließt jeden Einsatz von Kraft oder Zwangsmitteln aus – also auch jegliche Hilfszügel, eng zugeschnürte Reithalfter usw. Sie richtet sich an alle Pferderassen und lässt sich auf alle reiterlichen Disziplinen übertragen. Sie gibt einen verständlichen und verlässlichen Ausbildungsplan vor, mit klaren Grundsätzen, effizienten Methoden und pferdefreundlichen Vorgehensweisen. Nicht zuletzt macht sie die höhere Reitkunst für jeden ernsthaft bemühten Reiter zugänglich, selbst wenn er nur über ein ganz gewöhnliches Pferd verfügt."

(Philippe Karl) Buchtip: Irrwege der modernen Dressur

 

"Das Geheimnis des guten Reitens ist, wenig zu machen. Je mehr du tust, desto weniger Erfolg wirst du haben."

(Nuno Oliveira, 1925-1989)

 

"Légèreté besteht nicht nur darin, wie wenig das Pferd sich auf die Zügel legt. Sie besteht exakt darin, ein Pferd zu haben, welches durch seine Fröhlichkeit und Energie solange wie möglich die gewünschte Haltung und Bewegung bewahrt, ohne durch Hilfen dazu ermuntert werden zu müssen."

(Nuno Oliveira, 1925-1989 )

 

"Wer es begriffen hat, daß die Zügel nur dazu da sind, um dem Pferd das Finden in die Balance zu erleichtern und es darin zu erhalten, so daß es sich trägt, nicht aber dazu, dem Pferd eine gewünschte Kopf-Hals-Haltung anzuzwingen, bei dem kommen die Pferde von selbst in die angestrebte Haltung."

"Wenn man sich nur darüber klar ist, daß die Hinterhand das Primäre ist, daß man sie zwischen den Schenkeln auf der gedachten Linie führt und die Vorhand sekundär davorsetzt, dann gibt es kein Ausfallen des äußeren Hinterfußes, und man braucht keinen verwahrenden Schenkel mehr." (Udo Bürger, 1959) Buchtipp "Vollendete Reitkunst " " Der Reiter Formt das Pferd"

 
 

"Wenn Sie wissen wollen, wie ein Pferd geritten werden soll, dann schauen Sie sich an, wie es sich in Freiheit bewegt. Wie es im Schritt, Trab und Galopp geht. Wie es springt. Schauen Sie genau hin und sehen Sie die Schönheit, den Takt und die Harmonie seiner Bewegungen. Dann setzen Sie sich hin und versuchen Sie dieses Bild der mühelosen Anmut, Schönheit und Harmonie tief in ihr Gedächtnis und Ihr Herz zu brennen. Vergessen Sie es nie. Denn das ist die Art und Weise, wie Sie Ihr Pferd reiten sollten. 

Das ist in wenigen Worten das ganze Wissen der Welt und Ihr Ausbildungsziel! Erhalten Sie seine natürlichen Gänge. Erhalten Sie seine Persönlichkeit. Erhalten Sie seinen Instinkt vorwärts zu gehen. Wenn Sie dies tun, werden Sie erfolgreich sein, denn Sie respektieren die Weisheit der Natur.Geben Sie ihm sein natürliches Gleichgewicht zurück mit Ihrem Gewicht auf seinem Rücken. Das ist der Kern der Ausbildung, des Trainings oder der Dressur, wie der Rest der Welt es gerne nennt."

(Franz Mairinger, 1983)